Michelle Holman im Interview
Die Autorin berichtet über die Arbeit an ihrem Roman "Herzkurven"
"Ich finde, jede Frau sollte eine Ehefrau haben, die ihr den Rücken freihält. Ich will eine!"
Michelle Holman erzählt über ihre Schreibanfänge, den Wahnsinn des Alltags und was sie zu "Herzkurven" inspiriert hat!
Wann haben Sie angefangen zu schreiben? Und wodurch haben Sie bemerkt, dass Sie ein Talent dafür haben?
Michelle Holman: Ich habe schon mit zwölf angefangen. Allerdings nicht deshalb, weil ich damals schon dachte, ich hätte Talent, sondern eher, weil ich so gerne las und ständig Ideen für eigene Geschichten im Kopf hatte. Ich schrieb dann in der Schule, wenn ich eigentlich Matheaufgaben hätte machen oder dem Lehrer zuhören sollen.
Schreiben Sie Vollzeit oder haben Sie einen Brotberuf?
Michelle Holman: Zurzeit schreibe ich Vollzeit, was ein unglaublicher Luxus ist. Noch vor ein paar Monaten war ich Leiterin eines gemeinnützigen Projekts für Jugendgesundheitsfürsorge, aber ich habe mich schier zerrissen bei dem Versuch, gleichzeitig zu arbeiten, zu schreiben und Zeit mit meinem Mann und meinen Kindern zu verbringen. Und meine Familie hat sich ebenfalls aufgerieben mit mir und meinen drei Jobs. Ich finde, jede Frau sollte eine Ehefrau haben, die ihr den Rücken frei hält. Ich will eine!
Wie lange brauchen Sie, um ein Buch zu schreiben, von der ersten Idee bis zum allerletzten Satz?
Michelle Holman: Normalerweise brauche ich ungefähr ein Jahr. Ich habe viele Geschichten im Kopf, die darauf warten, geschrieben zu werden, allerdings habe ich gelernt, dass bestimmte Bücher und Charaktere eine gewisse Zeit benötigen, um zu reifen, und ich habe keine Mitsprache dabei, wie lange das dauert. Danny und Ross aus „Herzkurven“ haben in meinem Kopf so unglaublich viel gequasselt, ich hatte gar keine andere Wahl, als ihre Geschichte zu schreiben, denn sie wollten einfach nicht die Klappe halten.
Sie sind verheiratet und haben einen Sohn und eine Tochter. Was sagen Ihr Mann und Ihre Kinder dazu, eine Schriftstellerin in der Familie zu haben?
Michelle Holman: Sie gehen total locker damit um! Glücklicherweise sind alle drei leidenschaftliche Leser. Mein Mann muss beruflich sehr viel reisen, und dann bringen er und auch meine Kinder oft Geschichten mit nach Hause, Dinge, die sie gehört haben, von denen sie denken, dass ich sie verwenden könnte. Mein Mann liest alles, was ich schreibe, als Erster. Er weist mich immer auf die „Männersachen“ hin, etwa: „Kein Mann würde so etwas sagen oder auch nur denken“. Meine Kinder und ihre Freunde machen dasselbe, wenn es um Teenager in meinen Büchern geht. Ich verstehe zum Beispiel diese Internetsprache einfach nicht, für mich sieht sie aus wie Chinesisch.
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Michelle Holman
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